Im Falle eines Erdbebens oder Vulkanausbruchs können italienische Ziegen spüren, dass eine Naturkatastrophe bevorsteht. An den Flanken des Ätna flüchten sie, bevor Seismographen und Messgeräte etwas registrieren. Wissenschaftler wollen diese Fähigkeit von Ziegen als Frühwarnsystem nutzen.
Die Forscher haben Sender an Ziegen angebracht, die rund um den Ätna leben. Über mehrere Jahre zeichneten sie die Bewegungen der Tiere auf und verglichen sie anschließend mit der vulkanischen Aktivität.
Der Moment der Wahrheit kam am 4. Januar 2012: Um 22.20:6 Uhr begann der Ätna, große Mengen Lava und Asche in die Luft zu spucken, sechs Stunden nachdem die Forscher ungewöhnliche Aktivitäten unter den Ziegen registriert hatten. Im Laufe der zweijährigen Studie konnten Wissenschaftler auf der Grundlage ihrer Daten insgesamt sieben große Eruptionen „vorhersagen“.
Ziegen werden nun an verschiedenen Orten im vulkanischen Italien baulich als Warner eingesetzt.

Polster
Auch das Verhalten von Erdkröten in der Nähe der italienischen Stadt L'Aquila, die im April 2009 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, wurde analysiert. Die Analysen zeigen, dass die Amphibien bereits 5 Tage vor dem Erdbeben ungewöhnliches Verhalten zeigten und ihre Laichaktivität einstellten.
Es häufen sich Hinweise darauf, dass Tiere Naturkatastrophen früher wahrnehmen können als Menschen, selbst mit ihren ausgefeilteren Messgeräten und Modellen. Diese Informationen übermitteln die Tiere dann durch ihr Verhalten und fungieren so als eine Art Frühwarnsystem für Naturkatastrophen.
Tiere als menschliche Retter
Das Wissen der Tiere kann tausende Menschenleben retten: Je mehr Zeit bis zur Katastrophe vergeht, desto mehr Menschen können in Sicherheit gebracht, einsturzgefährdete Gebäude und gefährliche Gebiete evakuiert werden. Auch für Versicherungen wären diese Informationen von unschätzbarem Wert und könnten zur Schadensbegrenzung beitragen.
Quelle: dw.com


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