Haben Sie das traditionelle Neujahrskonzert in der Wiener Staatsoper gesehen? Das diesjährige Konzert hatte eine sehr italienische Note, als ich sah, wer in der Oper auf die Bühne trat und auf dem Bock stand: der Kultur- und Musikverfechter, der Mann, der die italienische Republik erschütterte, als er sich mit Carlo Fontana auseinandersetzte (Generaldirektor der Mailänder Scala), der schließlich gefeuert wurde (viele sagen ihm Dank), woraufhin ihm sein eigenes Orchester, das Kammerorchester der Mailänder Scala, ein Misstrauensvotum aussprach und ihn dazu zwang zurücktreten…
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Von Philadelphia nach Wien
Leidenschaftlich und ängstlich. Jahrelang dirigierte er das Philadelphia Philharmonic Orchestra und scheute sich auch nicht vor den berühmten Berlinern und später vor den Wiener Philharmonikern. Dass er zum fünften Mal das Neujahrskonzert dirigieren durfte, war für den heute 76-jährigen Dirigenten eher ein Heimspiel als eine große Herausforderung.
Riccardo Muti, von wem kann ich sonst noch sprechen, machte auch dieses Jahr wieder ein echtes Spektakel aus dem prestigeträchtigen Konzert und führte das Orchester mit sehr starkem italienischem Punch durch die Strauss-Melodien. Und wie schön es war. Ein Muss, um zurückzublicken.
Kennen wir ihn eigentlich?
Aber woher kennen wir Muti? Ich denke, wenn Sie nicht viel klassische Musik hören, haben Sie wahrscheinlich noch nie von ihm gehört. Oder vielleicht die Affäre in der Scala, über die in den italienischen (und einigen internationalen) Zeitungen ausführlich berichtet wurde. Ich erinnere mich besonders an Muti aus Giuseppe Verdis Nabucco, wo er 2012 ein Statement setzte, indem er den Berühmten folgte Geh dachte die Oper zu schließen und eine kurze Rede zu halten, in der er die Berlusconi-Regierung für die extremen Kürzungen in Kunst und Kultur anprangerte.
Geh dachte
Muti beschloss, das Publikum danach zu fragen Geh dachte mitsingen und die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass es O Mia Patria si Bella e Perdutas (O meine Heimat, so schön und so verloren) würde nicht Wirklichkeit werden. Kleines Detail: Er hat das gerade in der Opera della Repubblica in Rom gemacht. "Wir sind jetzt zu Hause, wir sollten besser ein paar Dinge besprechen." Als Berlusconi und Ex-Präsident Napolitano eines Abends nach Mailand kamen, um sich gemeinsam das Nabucco anzusehen, sagte Muti kein Wort und ließ das Orchester weiterspielen. Die Botschaft war bereits angekommen.
Und jetzt schon wieder das Neujahrskonzert
Ja, da war er zum fünften Mal: ein Italiener, der An der Schönen Blauen Donau und der Radetzky Mars dirigiert und wählt zwar unbekannte Werke von Strauss aus, weil er damit eine Brücke zu Strauss' Inspirationsquellen schlagen kann, die aus Italien kamen: Verdi, Donizetti, Puccini. Eine wunderbare, aber sehr gelungene Kombination. Das Neujahrskonzert können Sie übrigens über sehen Sendung verpasst.
Was machst du am Vortag, dem 31. Dezember, eigentlich in Italien?
Nicht so viel anders als in den Niederlanden, könnte man zunächst denken: Freunde kommen zusammen, es gibt ein langes und reichhaltiges Essen, um 12 Uhr wird angestoßen und dann geht man in die Stadt spazieren oder tanzen. Das ist, was Sie als Außenstehender erwarten können. Wenn Sie in das kulturelle Italien eintauchen, werden Sie noch viele andere, manchmal etwas bemerkenswerte Dinge sehen!
Ein frohes neues Jahr
Allen bekannt: Italiener sind abergläubisch. Und wie! Über alles, was mit Glück und Unglück zu tun hat, wird viel berichtet. Beispielsweise steht die Zahl 13 für Glück und 17 für Unglück. Früher zum Beispiel, als man 15 Freunde zum Essen hatte, musste die Frau stehen, damit die Zahl 16 garantiert war und beim Essen kein Unglück gerufen wurde. Sie könnten einfach an Ihrem Stück Fleisch oder Fisch ersticken.
Italiener zeigen auch, dass das Glück im Essen landet. An Silvester werden Linsen gegessen. Diese stehen für Geldmünzen, je mehr Linsen Sie also essen, desto größer wird Ihr Vermögen für das neue Jahr. Dazu kommen oft Bohnengerichte (je nach Region auf jeden Fall in der Toskana) und es wird Sie nicht überraschen, dass Sie so mit einer deftigen Mahlzeit ins neue Jahr starten!
rote unterwäsche
Ja, Sie haben richtig gelesen… Im Dezember finden Sie in den meisten Geschäften mehr rote Unterwäsche als im Rest des Jahres. Denn rote Unterwäsche steht für Fruchtbarkeit, Nachwuchs und Liebe. Kurzum: Wenn Sie im neuen Jahr wirklich an die Familienerweiterung denken wollen, hilft vielleicht eine rote Unterhose an Silvester!
Zusammen sein und verbrüdern
Denn darum geht es doch beim Alten und Neuen. Und die Kombination von Musik und Essen ist sehr wichtig, zumindest in meinem Leben in Italien. Wie schön ist die Verbrüderung, wenn man sieht, wie ein Italiener in Wien ein Konzert dirigiert, das von mehr als einer Milliarde Menschen verfolgt wird, während sich Italien noch von all dem Essen und Zusammensein der Nacht zuvor erholt.
Betrachten wir es vielleicht als Glückwünsche für dieses neue Jahr: dass wir uns alle noch mehr aneinander erfreuen können unter den angenehmen und guten Umständen der kleinen Dinge, die das Leben ausmachen, wie gutes Essen und schöne Musik. Die italienischen Traditionen und Bräuche sind da, die Musik wird sowieso gemacht, solange die Mutis dieser Welt weiterarbeiten und Konzertsäle wie die Wiener Oper in Brand setzen.
Ich wünsche Ihnen ein sehr glückliches und erfolgreiches neues Jahr!



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