Im Film Eat Pray Love, macht Liz (Julia Roberts) eine Reise nach Italien, wo sie auch mit einer schwedischen Freundin für einen Tag nach Neapel fährt, um im Da Michele die vielleicht beste Pizza der Welt zu essen.
Der Film basiert auf dem Buch von Elizabeth Gilbert – Essen, beten, Liebe – und der Nervenkitzel beim Pizzaessen macht im Buch noch mehr Spaß als im Film.
Ich bin so verliebt in meine Pizza, dass ich in meiner Ekstase denke, die Pizza könnte diese Gefühle erwidern. Ich habe eine Affäre mit dieser Pizza, fast eine außereheliche Affäre. Währenddessen ist Sofie wegen ihrer Pizza fast in Tränen aufgelöst.
Dank dieser Pizza steckt sie in einer Art Existenzkrise und fragt mich in flehendem Ton: Warum versuchen sie überhaupt noch, in Stockholm Pizza zu machen? Warum machen wir uns überhaupt die Mühe, in Stockholm etwas zu essen?' (von: Iss, bete, Liebe, Seite 118-119, Fracht 2008.)

Antica Pizzeria Da Michele in Neapel
Liz (Julia Roberts) isst diese göttliche Pizza in der Antica Pizzeria Da Michele. Bereits 1870 begann die Familie Condurro mit der Herstellung von Pizzen. Sohn Michele perfektionierte die Familienkunst, indem er die Geheimnisse der berühmten Meister der Torre Annunziata, Experten in der Herstellung von Pasta- und Pizzateig, lernte.
Michele eröffnete 1906 seine eigene Pizzeria. 1930 zog die Pizzeria in die Via Cesare Sersale 1 in Neapel, wo sie sich noch heute befindet. Sie werden auch „Tempel der Pizza“ genannt. Jeder Reiseführer und sogar der Michelin-Restaurantführer erwähnt diese Pizzeria.
Da Michele wurde kürzlich zur besten handwerklichen Pizzakette der Welt bis 2022 gekürt. Denn mittlerweile gibt es auch Filialen in diversen italienischen Städten, in Japan, England, Spanien, den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland und neuerdings auch in Amsterdam (vgl auch: www.micheleintheworld.com).

Pizza-Konzept
Warum ist Da Michele ein so bekannter Name, wenn es um Pizza geht? Ihr Geheimnis, wie sie selbst sagen, ist „Einfachheit und Liebe zur Tradition“. In ihren Pizzen werden nur natürliche Zutaten verwendet und sie verwenden eine alte und bewährte Methode, um den Teig aufgehen zu lassen. Die Pizzen werden immer noch so hergestellt wie 1930, denn warum etwas Gutes ändern?
Die Speisekarte im Da Michele ist übersichtlich: Sie haben die Wahl zwischen der berühmten Pizza Margherita mit Mozzarella und der Pizza Marinara nur mit Tomatensauce, Oregano, Knoblauch und großzügig beträufelt mit nativem Olivenöl extra.
Mittags und abends steht man oft an und muss eine Nummer ziehen und wenn man Pech hat ist der Teig weg bevor man an der Reihe ist. Hier will man lange nicht essen, man isst die Pizza und geht dann.

Pizza Margherita (Foto: Da Michele) 
Pizza Marinara (Foto: Da Michele)
Eine kurze Geschichte der Pizza
Die Herkunft der Pizza ist nicht ganz klar. Es ist bekannt, dass rund um den Mittelmeerraum vor Tausenden von Jahren runde, flache Brote hergestellt wurden, also eine Art Pizzaboden, der mit Kräutern belegt wurde.
Es dauerte jedoch bis zum 17e Jahrhunderts, bis in Neapel Pizzas erwähnt werden: Fladenbrote mit Käse, Kräutern und Knoblauch. Die wahrscheinlich erste richtige Pizza war die Pizza Marinara. Fischerfrauen bereiteten für ihre Männer eine Tomatensoße mit Oregano, Knoblauch und Olivenöl zu (Seemann).
Der große Durchbruch der Pizza ist Raffaele Esposito zu verdanken. Er wurde vom damaligen König von Italien, Umberto I, eingeladen, eine Pizza für ihn und seine Frau zu backen. Er machte eine Pizza mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum, den Farben der italienischen Flagge.
Königin Margherita war von dieser Pizza beeindruckt und schickte einen Brief an Esposito, in dem sie ihm dankte. Als Hommage benannte Esposito die Pizza nach Königin Margherita. Pizza ist mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt und seit 2017 ist die Pizza sogar auf dem Liste der UNESCO des immateriellen Erbes.
Da Michele in Amsterdam
Seit Kurzem hat die weltberühmte neapolitanische Pizzeria auch eine Filiale in Amsterdam, genauer gesagt in De Pijp. Fast wähnt man sich in Neapel, denn auch hier steht man draußen Schlange, wenn man zu italienischen Zeiten essen möchte und hört auffallend viel Italienisch um sich herum.
Drinnen arbeiten wie in Neapel fast ausschließlich Männer und die Arbeitssprache ist Italienisch. Allerdings ist die Speisekarte hier viel umfangreicher: Sie können aus 12 verschiedenen Pizzen und einigen Vorspeisen und Desserts wählen.
Die Pizzen sind lecker. Der Teig ist luftig, der Boden dünn und geschmeidig, wie im Film! Hier bekommt man sogar einen gebratene Pizza bestellen, eine frittierte Pizza gefüllt mit unter anderem Ricotta, Salami, einer Art Speck u Fior di Latte. Die Küche hat natürlich einen großen Holzofen, in dem die Pizzen zubereitet werden.
Für alle Pizzaliebhaber also definitiv ein Muss! Reservierungen sind nicht möglich und wer keine Lust hat Schlange zu stehen, geht einfach früh hin.
Pizzeria Da Michele Amsterdam
- Erste van der Helststraat 72H
- 1072 NZ Amsterdam
- 020 358 69 42
- pizzeriadamichele.nl
(gut erreichbar mit Tram und Nord-Süd-Linie)







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