Der Film Io sono Li ist seit ungefähr 2 Jahren draußen, aber weil er den LUX-Filmpreis gewonnen hat, können wir ihn jetzt auch in den Niederlanden sehen. Der LUX-Filmpreis kommt vom Europäischen Parlament und wird an Filme vergeben, die sich mit wichtigen europäischen Themen befassen. Und in der Tat ist die Einwanderung eine sehr wichtige.

Io sono Li von Dokumentarfilmerin Andrea Segre erzählt die Geschichte des chinesischen Einwanderers Shun Li. Wie so viele arme Chinesen wurde sie nach Italien geschickt, um in einer Nähwerkstatt in Rom zu arbeiten. Dafür musste sie ihren siebenjährigen Sohn beim Opa in China zurücklassen. Erst wenn Shun Li die Kosten ihrer Einwanderung wieder hereingeholt hat, kann auch ihr Kind nachkommen.

Shun Li ist entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit dies so schnell wie möglich geschieht. Wenn sie 30 Hemden von ihrem Chef nähen muss, macht sie 10 weitere für ihren Sohn. Lis harte Arbeit entgeht ihrem Chef nicht. Als Zeichen der Wertschätzung darf sie die Stadt Chioggia besuchen, in der Lagune von Venedigein Café zu führen. Sie spricht kaum Italienisch, aber hey, sie muss nur wissen, was sie zubereiten muss, wenn sie einen „Rosso“, einen „Caffè“ oder einen „Spritz“ bestellt.
Chinesische Mafia
Zunächst scheint die Chinesin von den einheimischen Fischern als neue Managerin akzeptiert zu werden, doch als sie eine Freundschaft mit der jugoslawischen Bepi entwickelt, ändert sich die Atmosphäre schlagartig. Es gibt Gerüchte und Klagen über die chinesische Mafia.
Die Chinesen Chef ist darüber nicht erfreut. Er will seine Mitarbeiter so zurückhaltend möglich haben. Er zwingt Shun Li, die Freundschaft zu beenden, sonst verliert sie ihr bisher angehäuftes Geld und muss wieder ganz von vorne für ihren Sohn arbeiten.

Ein Liebesdrama?
Sieht aus wie Io sono Li in Richtung eines romantischen Dramas gehen. Werden sie wieder zusammenkommen? Aber das ist am Ende natürlich nicht die Absicht des Regisseurs. Stattdessen geht es in dem Film um die Probleme von Einwanderern, wenn sie in einer anderen Kultur landen. Das Misstrauen, mit dem sie betrachtet werden, der Kampf, den sie manchmal führen müssen.
Derjenige, der das zu verstehen scheint, ist Bepi, der selbst auch Einwanderer ist (obwohl er seit 30 Jahren in Italien lebt). Basierend auf atmosphärischen Bildern von Venedig und Chioggia im Herbst und Winter (alles ist nass und neblig) geht die Geschichte weiter. Eine Geschichte, die nicht wirklich eine tiefere Ebene hat und manche vielleicht zu langsam geht, aber es ist eine bewegende Geschichte, die wunderschön erzählt wird. Außerdem wird deutlich, wie sehr die Menschen in dieser Region mit Wasser leben: Sie stehen buchstäblich mit den Füßen drin.


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